Zur dritten Ausgabe der GIFA und METEC Indonesia wird deshalb erstmals ein Aluminium Pavilion eingerichtet, der Technologien, Werkstoffe und Lösungen für die wachsende Aluminiumindustrie bündelt. Die Entwicklung steht im Zusammenhang mit Indonesiens industriepolitischem Kurs, Rohstoffe stärker im eigenen Land weiterzuverarbeiten und zusätzliche industrielle Wertschöpfung aufzubauen. Das 2023 eingeführte Verbot, unverarbeitetes Bauxit zu exportieren, hat Rohstoffströme in die heimische Raffination und Verhüttung gelenkt. Mit den steigenden Schmelzkapazitäten rücken nun die folgenden Produktionsstufen stärker in den Vordergrund. Zu den wichtigen Abnehmerbranchen gehört die Automobilindustrie. Der asiatisch-pazifische Raum steht inzwischen für nahezu die Hälfte der weltweiten Druckgussnachfrage. Für indonesische Druckgießer und weiterverarbeitende Unternehmen geht es dabei nicht nur um zusätzliche Produktionskapazitäten, sondern auch um die Verfügbarkeit von Aluminiumqualitäten, die internationalen Anforderungen der Automobilindustrie entsprechen. Weitere Nachfrage entsteht durch Elektrifizierung und erneuerbare Energien. Das International Aluminium Institute sieht die Produktion von Elektrofahrzeugen und Solarmodulen als wichtige Treiber der Aluminiumnachfrage bis 2030. Aluminium wird unter anderem für den Fahrzeugleichtbau sowie für Rahmen und Verkabelungen von Photovoltaikanlagen eingesetzt. Auch die Entwicklung des Weltmarkts unterstützt die Bedeutung neuer Produktionskapazitäten. S&P Global prognostiziert für 2026 ein globales Angebotsdefizit von rund 764.000 Tonnen Aluminium. Störungen bei Schmelzbetrieben im Nahen Osten und eine volatile Lieferkettensituation haben zugleich die Aluminiumpreise und regionalen Prämien erhöht.
„Seit der Integration der türkischen Fachmessen ANKIROS und ALUEXPO in unser Portfolio treiben wir den Ausbau des Themas Aluminium aus Düsseldorf gezielt voran. Indonesien ist dafür ein wichtiger Zukunftsmarkt: Der starke Kapazitätsausbau schafft neue Anforderungen an Verarbeitung, Guss und weitere industrielle Anwendungen. Mit dem neuen Aluminium Pavilion der GIFA und METEC Indonesia setzen wir genau dort an und bringen internationale Technologieanbieter mit einer Industrie zusammen, die ihre Wertschöpfung zunehmend im eigenen Land ausbaut“, erklärt Malte Seifert, Director Metals & Autonomous Technologies, Messe Düsseldorf.
Auf der GIFA und METEC Indonesia 2026 treffen diese Marktanforderungen auf ein internationales Technologieangebot. Rund 200 ausstellende Unternehmen und etwa 6.000 Fachbesucher werden auf dem Messegelände der Jakarta International Expo (JIExpo) Kemayoran erwartet. Die Aussteller kommen unter anderem aus Österreich, China, Deutschland, Indien, Italien, Singapur und Spanien sowie aus Indonesien. Das Spektrum reicht von Gießerei- und Stranggießtechnik über Ofen- und Thermoprozesstechnik bis zu Simulation, Automatisierung, Präzisionsbearbeitung und Lösungen für die Rohstoffaufbereitung.
Zu den deutschen Unternehmen gehört Cunova GmbH mit Systemen für den Strangguss von Kupfer und Aluminium. EBNER Industrial Furnaces zeigt Lösungen für thermische Prozesse, während der spanische Anbieter KALFRISA auf Verbrennungs- und thermische Prozessoptimierung spezialisiert ist. Energie macht 30 bis 35 Prozent der Kosten der Aluminiumproduktion aus. Die Effizienz der Ofenanlagen hat damit unmittelbaren Einfluss auf die Marge. MAGMA Engineering Asia Pacific präsentiert Simulationslösungen zur Modellierung und Optimierung von Gießprozessen. Hinzu kommen unter anderem Lösungen für Aluminium-Druckguss, Metallanalyse, Präzisionsbearbeitung und industrielle Lieferketten.
Deutsche Maschinen- und Anlagenbauer erhalten mit der GIFA, METEC und MINING Indonesia, einschließlich des German Pavilion, eine gemeinsame Plattform auf dem indonesischen Markt. „Die Messe unterstreicht mit ihren verschiedenen Angeboten die Bedeutung Indonesiens für deutsche Technologieanbieter. Mit dem Ausbau der metallurgischen Produktionskapazitäten und der zunehmenden Weiterverarbeitung entstehen Einsatzfelder für Technologien unter anderem in der Gießerei und Metallurgie, der Thermoprozesstechnik und der industriellen Produktion“, erklärt Dr.-Ing. Timo Würz, Geschäftsführer VDMA Metallurgy & Thermoprocessing.