In den vergangenen Jahren sah sich die Gießereibranche mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Der Beginn der Pandemie markierte den Anfang, und die Schwierigkeiten verschärften sich weiter durch den Konflikt in der Ukraine und die damit verbundenen Auswirkungen. Dies führte zu einem Mangel an Energie als knappem Gut und einem kontinuierlichen Anstieg der Versorgungskosten.
Das mittelständische Unternehmen Matthies Druckguss GmbH & Co. KG, das seit fast 70 Jahren erfolgreich am Markt agiert, hat in den vergangenen Jahren umfassende Maßnahmen ergriffen, um sich in verschiedenen Bereichen krisensicher aufzustellen. Neben infrastrukturellen Anpassungen und Optimierungen wurde ein Schwerpunkt auf die Anlagentechnik gelegt. In den letzten zwei Jahren investierte das inhabergeführte Unternehmen mehr als 1,2 Millionen Euro in die Neugestaltung seiner hauseigenen Druckgießerei. Diese Investitionen umfassten nicht nur den Austausch und die Erweiterung von Gießmaschinen sowie der entsprechenden Peripherie, sondern auch eine deutliche Reduzierung des Energieverbrauchs.
Durch den Einsatz verbesserter Antriebstechnik und optimierter Schmelz- und Warmhaltetechnologien gelang es dem Unternehmen, die Stromkosten um fast 40% zu senken. Bei allen Überlegungen standen nicht nur die Erweiterung der Kapazitäten, sondern auch Wege zu mehr Nachhaltigkeit in der Produktion im Fokus.
Ein spezielles Absaugsystem gewährleistet nicht nur eine effektive Reinigung der Luft in der Gießerei, sondern trägt auch maßgeblich zu einem verbesserten Raumklima bei. Ein bedeutender Vorteil dieses Systems ist die minimale Emissionsbelastung der Luft. Die abgeschiedenen Stoffe werden nach dem Filterprozess ausgelagert und können somit separat und umweltgerecht entsorgt werden.
„Wir sind uns unserer Verantwortung gegenüber der Natur bewusst“, sagt Marco Matthies, geschäftsführender Gesellschafter der Matthies Druckguss GmbH & Co. KG und führt weiter aus: „Mein persönlicher Anspruch ist es, der Welt zu zeigen, dass ein Produktionsbetrieb und gerade eine Gießerei auch neue Wege in Richtung CO2-Neutralität gehen kann!“. Unterstützt wird er dabei von einem jungen und hoch motivierten Führungsteam.
Für die kommenden Jahre sind zusätzliche Maßnahmen geplant, darunter eine verstärkte Nutzung von Wärmerückgewinnung aus Schmelzprozessen zur energetischen Gebäudeversorgung, ohne den Schmelzprozess zu beeinträchtigen. Des Weiteren gibt es Potenzial zur Optimierung im Schmelz- und Warmhalteprozess. Aktuell werden Möglichkeiten erforscht, die Schmelzöfen von fossilen Brennstoffen auf grünen Wasserstoff umzustellen. Hierzu kooperiert Matthies Druckguss eng mit einem Fachunternehmen.
Derzeit erfolgt eine Umstellung aller Verpackungsarten, die für den Versand der fertigen Gussteile benötigt werden, auf nachhaltige Lösungen. Das Ziel besteht darin, einerseits plastikfrei bei den Verpackungen zu werden und langfristig ausschließlich auf wiederverwendbare Verpackungen umzusteigen.
Die umgesetzten Maßnahmen haben maßgeblich zur Verbesserung der CO2-Bilanz des Unternehmens beigetragen. Dieser Erfolg zeigt sich deutlich, da Matthies Druckguss durch die Umstrukturierungen nicht nur neue Märkte und Kunden gewonnen, sondern auch seine Position im Markt gestärkt hat. Kunden legen heute verstärkt Wert auf Umweltaspekte und den Erhalt der Umwelt, was sich positiv auf das Unternehmensbewusstsein auswirkt.