Das Amt des 11. Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft wird zukünftig von Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka, derzeitiger Präsident des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), übernehmen. Auf seiner letzten Sitzung in Dresden wählte ihn der Senat der Fraunhofer-Gesellschaft einstimmig. Hanselka tritt die Nachfolge von Prof. Dr.-Ing. Reimund Neugebauer an, der nach fast elf Jahren an der Spitze der Fraunhofer-Gesellschaft sein Amt einvernehmlich niederlegte.
Derzeit laufen Gespräche zwischen allen Beteiligten mit dem Ziel eines schnellstmöglichen Amtsantritts von Prof. Dr.-Ing. Hanselka. Bis dahin wird die Fraunhofer-Gesellschaft interimistisch von Dr. Sandra Krey, Vorständin für Finanzen und Controlling, geführt.
Der 1961 in Oldenburg geborene Maschinenbauingenieur Holger Hanselka leitet seit 2013 das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und hat dies zurück in die Riege der Exzellenzuniversitäten geführt. Zuvor war er unter anderem Leiter des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF in Darmstadt und von 2006 bis 2012 Präsidiumsmitglied der Fraunhofer-Gesellschaft.
Internationalisierung der Fraunhofer-Gesellschaft
Hanselka nannte in einer ersten Stellungnahme die weitere Internationalisierung der Fraunhofer-Gesellschaft und die Erarbeitung eines modernen Leitbilds als zentrale Aufgaben zu Beginn seiner Amtszeit.
„Wir leben in einer Zeit massiver globaler Veränderungen und Herausforderungen. Da muss auch die Forschung bedarfsorientiert weltumspannender werden. Dazu braucht es Innovation, Kreativität und Kosmopolitismus nach außen und fundiertes Wissen, moderne Corporate-Governance-Strukturen, neue Formen der Zusammenarbeit und ein kraftvolles, gemeinsames und von Vertrauen geprägtes Leitbild nach innen", erklärte Holger Hanselka.
„Holger Hanselka versteht es, als Führungspersönlichkeit Menschen zu Höchstleistungen durch Zusammenarbeit anzuspornen. Genau dieser Teamspirit ist es, der Fraunhofer in eine erfolgreiche Zukunft führen wird.", so Hildegard Müller, Vorsitzende des Senats der Fraunhofer-Gesellschaft
Er sei mit seiner profunden Kenntnis der nationalen und internationalen Wissenschaftsorganisationen, seiner jahrelangen Erfahrung mit der Transformation und Weiterentwicklung wissenschaftlicher Einrichtungen sowie in der Führung von Institutionen für Fraunhofer die richtige Person zum richtigen Zeitpunkt im richtigen Amt.
Prof. Dr.-Ing. Neugebauers
Der Senat der Fraunhofer-Gesellschaft dankte Prof. Dr.-Ing. Neugebauer, der als Fraunhofer-Präsident mehr als ein Jahrzehnt den Hightech-Standort Deutschland geprägt hatte. Während seiner Amtszeit wurden neue Forschungsfelder wie Energietechnologien, Quantentechnologien, Künstliche Intelligenz und Smart Farming auf- und ausgebaut. Seit Neugebauers Amtsantritt stieg der Gesamthaushalt der Fraunhofer-Gesellschaft von 1,9 Milliarden Euro auf rund 3 Milliarden Euro an, die Zahl der Institute ist von 64 auf derzeit 76 gewachsen.