Ein neues Kapitel beginnt für die Leichtmetallgießerei im BMW Group Werk Landshut. Anfang Oktober wurde auf einer erweiterten Fläche das erste Aluminium-Gehäuse für den hochintegrierten Elektroantrieb der fünften Generation gegossen.
Dieser innovative Bereich wird noch in diesem Monat die Serienfertigung starten. Damit kann die Leichtmetallgießerei bis zu 800.000 Einheiten pro Jahr von der Schlüsselgusskomponente des BMW Group E-Antriebssystems herstellen. „Das ist ein Meilenstein für die Landshuter Leichtmetallgießerei und das Werk Landshut“, so Standortleiter Dr. Stefan Kasperowski.
Die BMW Group investiert mehr als 200 Millionen Euro in den Ausbau der Landshuter Leichtmetallgießerei. Der Schwerpunkt liegt auf der Erweiterung der Kapazität zur Produktion des Zentralgehäuses für die hochintegrierte elektrische Antriebs-Topologie. Diese hochkomplexe Gusskomponente vereint die Kombination aus E-Motor, Getriebe und Inverter.
In der neuen Leichtmetallgießerei wird das innovative Injector Casting Verfahren angewendet. Diese wegweisende Gießtechnologie wurde von den Experten für Prozess- und Verfahrenstechnik in der Landshuter Leichtmetallgießerei entwickelt, patentiert und für die hoch industrialisierte Serienfertigung optimiert. Die anspruchsvollen Qualitätsstandards und die komplexe Geometrie des Zentralgehäuses erforderten die Entwicklung einer neuen Gießtechnologie, die die Vorteile verschiedener Gießverfahren vereint.
Das Injector Casting gewährleistet ein feineres Gefüge und dadurch verbesserte mechanische Eigenschaften des gegossenen Teils. Darüber hinaus führt es zu verkürzten Fertigungszeiten und somit zu einer erheblichen Senkung des Energieverbrauchs sowie zu reduzierten CO2-Emissionen aufgrund niedrigerer Gießtemperaturen. Das Verfahren zeichnet sich ebenfalls durch eine verringerte Ressourcennutzung aus, da weniger Kreislaufmaterial benötigt wird. Durch die Verwendung des Injektors ist kein zusätzliches Anguss-System erforderlich, was zu einer Einsparung von bis zu 40 Prozent Schmelze führt.
In den neuen Anlagen werden, wie in sämtlichen Bereichen der Landshuter Leichtmetallgießerei, ausschließlich Kerne verwendet, die auf anorganischen Bindersystemen basieren. Diese Binder sind emissionsfrei und umweltfreundlich. Diese innovative Technologie wurde ebenfalls in Landshut entwickelt.
Im November wird die Landshuter Leichtmetallgießerei für ihre Innovation im Bereich des Injector Casting mit dem angesehenen Automotive Lean Production Award in der Kategorie "Component Supplier" ausgezeichnet. Preisträger dieser Ehrung gehören zur Spitzenklasse der Automobilbranche.
Die Erweiterung der Landshuter Leichtmetallgießerei unterstreicht die Bedeutung dieses Standorts für die erfolgreiche Transformation der BMW Group in Richtung Elektromobilität. Zukünftig wird Landshut Gehäuse für alle Motor-Getriebe-Varianten der fünften Generation von vollelektrischen Fahrzeugen herstellen, mit einer Kapazität von bis zu 800.000 Stück pro Jahr. Diese Gehäuse finden derzeit Verwendung in Elektromodellen wie dem BMW i4, BMW i5, BMW i7 sowie dem BMW iX und BMW iX1.
Ab 2025 wird das Werk Landshut auch die kommende Generation der vollelektrischen Fahrzeuge beliefern. Die Produktion der E-Antriebs-Kombination erfolgt im Kompetenzzentrum für E-Komponenten am Standort Dingolfing.