Solar-Aluminium deckt mehr als ein Drittel des Jahresbedarfs der Leichtmetallgießerei ab
- Beinahe zwei Drittel des eingesetzten Aluminiums stammen aus dem Recyclingkreislauf
- Leichtmetallgießerei der BMW Group Landshut von der Aluminium Stewardship Initiative (ASI) rezertifiziert
- Solar-Aluminium deckt mehr als ein Drittel des Jahresbedarfs der Leichtmetallgießerei ab
- Beinahe zwei Drittel des eingesetzten Aluminiums stammen aus dem Recyclingkreislauf
Die Leichtmetallgießerei der BMW Group in Landshut wurde für den nachhaltigen Einsatz von Aluminium unabhängig rezertifiziert. Die Gießerei entspricht den Anforderungen der Aluminium Stewardship Initiative, einer internationalen Non-Profit-Organisation, die von Umwelt- und Industrieverbänden sowie von Aluminiumherstellern und -verarbeitern getragen wird. Die ASI legt die Nachhaltigkeitskriterien für eine umwelt- und sozialverantwortliche Aluminiumwertschöpfungskette fest.
„Nachhaltige Rohstoffgewinnung und ein bewusster Umgang mit Ressourcen spielen für unsere eigene Bauteilproduktion und unser globales Lieferantennetzwerk eine zentrale Rolle,“ so Dr. Joachim Post, Mitglied des Vorstands der BMW AG, verantwortlich für den Einkauf und das Lieferantennetzwerk. „Durch den Bezug von Aluminium, das mit Solarstrom herstellt wurde, für unsere eigene Bauteilproduktion kann unser CO2-Ausstoß erheblich gesenkt werden. Die Kreislaufwirtschaft ist ebenfalls ein wichtiger Faktor zur Reduzierung von Emissionen und zur Schonung natürlicher Ressourcen. Es ist unser Ziel, 50 Prozent unserer Neufahrzeuge in Zukunft aus Sekundärrohstoffen zu produzieren.“
Solar-Aluminium deckt mehr als ein Drittel des Jahresbedarfs
Die Landshuter Leichtmetallgießerei, die einzige Fertigungsstätte für Leichtmetallguss der BMW Group europaweit, ist eine der modernsten und nachhaltigsten Gießereien der Welt. Durch den Einsatz anorganischer Sandkerne ist das Gießen nahezu emissionsfrei. Seit 2021 bezieht die Leichtmetallgießerei Aluminium, für dessen Herstellung Strom aus Sonnenenergie zum Einsatz kommt. Da die Herstellung von Aluminium sehr energieintensiv ist, steckt in der Nutzung von Grünstrom, wie etwa Solarstrom, erhebliches Potential zur Reduktion der CO2-Emissionen. Mit zehntausenden Tonnen deckt der Bezug von Solar-Aluminium mehr als ein Drittel des Jahresbedarfs der Leichtmetallgießerei im Werk Landshut ab.
CO2-optimiertes Recycling mit geschlossenem Gießereikreislauf
Neben Stahl nimmt Aluminium nimmt unter den in BMW Group Fahrzeugen eingesetzten Werkstoffen den größten Gewichtsanteil ein. Ungefähr zwei Drittel des in Landshut eingesetzten Aluminiums stammen aus dem Recyclingkreislauf – davon wiederum fast zwei Drittel aus einem Gießerei-eigenen geschlossenen Kreislauf. Auf diese Weise reduziert BMW bewusst den Einsatz CO2-intensiven Primäraluminiums zugunsten eines CO2-optimierten Recyclingkreislaufs. In der Produktion wird ebenfalls Grünstrom eingesetzt.
Der verantwortungsvolle Umgang mit Aluminium hat bei der BMW Group eine lange Tradition. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet die Leichtmetallgießerei mit örtlichen Aufbereitern zusammen, um für die beim Gießereiprozess anfallenden Schrottmetalle einen Recyclingkreislauf aufzubauen. Der entscheidende Faktor ist die saubere Trennung von Aluminiumreststoffen. Die Reststoffe werden sortenrein von allen Gießerei- und mechanischen Verarbeitungsstationen eingesammelt, damit sich die Materialien mit unterschiedlicher Zusammensetzung nicht vermischen. Das bedeutet, dass der Aluminiumabfall nach der Aufbereitung für die Herstellung der gleichen Bauteile wiederverwendet werden kann.
„Die BMW Group unterstützt die Aluminium Stewardship Initiative bereits seit Beginn“, so Dr. Stefan Kasperowski, Leiter des BMW Group Werks Landshut und der Leichtmetallgießerei, des größten Produktionsbereichs innerhalb der niederbayerischen Betriebsstätte. „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und legen großen Wert auf die nachhaltige Gewinnung der Rohstoffe für unsere Produktion.“
Letztes Jahr haben die Mitarbeiter der Leichtmetallgießerei ungefähr 3,3 Mio. Gussstücke mit einem Gesamtgewicht von mehr als 73.000 Tonnen gefertigt. Zum Produktionsumfang zählen Motorbauteile wie Zylinderköpfen und Kurbelgehäuse, Komponenten für elektrische Antriebe und großflächige Strukturbauteile für die Fahrzeugkarosserie.
Die Verantwortung der BMW Group erstreckt sich über das Recycling hinaus auf das eingesetzte Aluminium. Die Bedingungen, unter denen der Rohstoff Bauxit im offenen Tagebau gewonnen und in Ländern wie Australien, Brasilien und Guinea verarbeitet wird, sind dem Unternehmen ebenfalls wichtig.
Die BMW Group steht in direktem Austausch mit Aluminiumlieferanten und Recyclingpartnern, um schrittweise die ASI-Zertifizierung auf den gesamten Materialzyklus auszudehnen – angefangen bei den Förderminen.
Die Leichtmetallgießerei wurde nun zum zweiten Mal nach dem ASI Performance Standard zertifiziert. Die Prüfkriterien fordern Nachweise zur Materialverantwortung, darunter eine ganzheitliche Lebenszyklusanalyse für die eigenen Produkte und eine umfassende Recyclingstrategie, sowie die Einhaltung der Anforderungen an Transparenz, übergeordnetes Management und Unternehmensintegrität. Die erste erfolgreiche Zertifizierung nach dem Kriterium der Materialverantwortung erfolgte im Dezember 2019.