02.12.2013

© Verlag Stahleisen GmbH

Vom Holzmodell zur Gussskulptur

Wenn ein Mann die Lehrwerkstatt der Friedrich Wilhelms-Hütte in Mülheim an der Ruhr betritt und unterm Arm eine Holzskulptur trägt, dann wissen Ausbildungsleiter Hans-Rainer Hammelsbrock und Ausbilder Markus Jaskolka: Es wird ganz besonders interessant. Der Mülheimer Künstler Robin Horsch möchte eine seiner Skulpturen gießen lassen. Von Horschs mit der Kettensäge geschaffene, erstaunlich filigrane Holzskulpturen dienen dabei als Modell für die Herstellung von Guss- oder Bronzeskulpturen. Dafür werden zunächst Formkästen vorbereitet.


Da das Holzmodell, um es nicht zu zerstören, vor dem Gießprozess wieder aus dem Formkasten entnommen werden soll, besteht dieser Kasten aus zwei Teilen: Unter- und Oberkasten. Gefüllt sind sie zur Stabilisierung der Form mit Baustahlstreben und harzgebundenem Quarzsand, der so verdichtet wird, dass nach Herausnahme des Modells eine Verformung des entstandenen Hohlraums für den Guss ausgeschlossen ist.

Nach dem Zusammenfügen der beiden Hälften werden sie mit Klammern gesichert, um ein hitzebedingtes Auseinandertreiben zu vermeiden. Nun kann das flüssige Gusseisen in den Kasten gegossen werden. Nachdem das abgekühlte Gussstück dem Formkasten entnommen wurde, wird „geputzt“: Die während des Gießprozesses entstandenen Grate werden abgeflext.

Wenn Robin Horsch die Werkstatt wieder verlässt, trägt er natürlich nicht die gegossene Skulptur – sie wäre viel zu schwer. Es ist seine Holzskulptur, die er wieder zurück in sein Mülheimer Atelier trägt.

Die Skulpturen des seit den 1980-er Jahren als Bildhauer und Maler tätigen Horsch werden in Ausstellungen, Galerien und Kunstaktionen im In- und Ausland gezeigt.

www.fwh.de


 


 


 


 


 


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