23.06.2014

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Vierter Gießereitag im Schweizerischen Windisch

Zum vierten Mal fand am Gießereizentrum der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Windisch der Gießereitag statt. Die Teilnehmer widmeten sich an diesem 10. April 2014 schwerpunktmäßig neuen Werkstoffen und Werkstofftrends in der Gießereibranche. Prof. Jörg Lagemann, Leiter des Gießereizentrums, begrüßte am neuen Campus Brugg-Windisch FHNW die zahlreich erschienenen Besucher und Experten und berichtete anschließend über die dynamische Entwicklung der Fachhochschule. Mit mittlerweile über 10 000 Studierenden, einer Vielzahl an Forschungsinstituten und den neuen Campusbauten hat die FHNW eine beachtliche Größe und Bedeutung erlangt und ist ein wichtiger Forschungspartner für Unternehmen aus dem In- und Ausland. 


Nach einem spannenden geschichtlichen Abriss über die Schweizer Gießerei-Industrie stellte Marcel Menet, Geschäftsführer des Gießerei-Verbandes, die aktuellen Entwicklungen der Schweizer Gießereien vor. Im Anschluss präsentierte Dr. Konrad Papis die Entwicklungsaktivitäten der Georg Fischer Automobilguss GmbH, Schaffhausen, Schweiz, in Bezug auf Eisengusswerkstoffe für Hochtemperaturanwendungen. Er benannte dabei die konkreten Stellschrauben zur gezielten Modifikation der Legierungseigenschaften und veranschaulichte diese an praktischen Prüfergebnissen und Bauteilanwendungen.  Im Referat von Peter Kohlmann zu den Aluminiumlegierungsentwicklungen bei der Rheinfelden Alloys GmbH, Rheinfelden, kam deutlich zum Ausdruck, dass insbesondere die stetig steigenden Anforderungen der Automobilindustrie eine treibende Kraft für die Entwicklung neuer Gusslegierungen ist. 


Im letzten Beitrag stellte Pascal Dessarzin Ergebnisse eines aktuellen Forschungsprojektes des Gießereizentrums der FHNW mit dem Armaturenhersteller KWC AG, Unterkulm, Schweiz, vor. Am Beispiel von Messinglegierungen wurde dargelegt, das auch die Gießsimulation in die Werkstoffentwicklung einzubinden ist. Nur durch die exakte Bestimmung der thermophysikalischen Legierungseigenschaften ist es auch möglich, Formfüllung und Erstarrung realitätsnah zu simulieren. Nach dem Rundgang durch das Gieß- und Werkstofflabor der FHNW stand der informelle Austausch unter den zahlreichen Gästen im Vordergrund.


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