20.11.2014

© Verlag Stahleisen GmbH

Recycling von Dosenschrott

Der Verbrauch von Aluminium als Verpackungsmaterial nimmt stetig zu, Getränkedosen haben daran großen Anteil. Mit der Zielsetzung zur Nachhaltigkeit und aus der Wettbewerbsfähigkeit wächst daraus die Aufgabenstellung diese Dosen zu recyceln. Gebrauchte Getränkedosen sind bedruckt, beklebt und mit anderen Stoffen verunreinigt. Dies ergibt für das Recycling neue Herausforderungen an die zu errichtenden Anlagen. Speziell im Recycling-Sektor sind Innovationen gefordert, um den wachsenden Qualitätserwartungen nachzukommen.


Hydro ist ein weltweit führender Hersteller hochwertiger Aluminiumprodukte und investiert am Standort der Hydro Aluminium Rolled Products GmbH in Neuss (Rheinwerk) in eine neue integrierte Recyclinglinie für gebrauchte Getränkedosen. Die geplante Anlage gliedert sich in einen Kaltteil und einen Heißteil. Der Kaltteil besteht aus Schrottzerkleinerung, Sortierung und Lagerung. In dem kalten Teil der Anlage kommt neue Sensortechnik zur Sortierung und Trennung von Schrott zum Einsatz, die in der Hydro eigenen Forschung am Standort Bonn in Zusammenarbeit mit Herstellern entwickelte wurde.


Die Firma Hydro Aluminium Rolled Products GmbH hat die Küttner GmbH & Co. KG, Essen, mit der Planung und Lieferung sowie für den Bau und Inbetriebnahme des Heißsteiles dieser Recycling-Linie beauftragt. Wesentliche Elemente des Heißteiles sind die Entlackungsstufe mit Nachverbrennung und Wärmerückgewinnung sowie ein Schmelzofen für das thermisch vorbehandelte Recyclinggut. Für die Entlackungsstufe besteht eine Partnerschaft mit dem in Kaarst ansässigen Anlagenbauer Visser & Smit Hanab GmbH. Der Schmelzofen entspricht der IST-Technologie, die seit Anfang letzten Jahres in den Non Ferrous Bereich der Küttner GmbH & Co. KG integriert wurde. Zur Abtrennung der organischen Anhaftungen insbesondere des Lackes ist eine Drehrohrofenanlage vorgesehen. Über eine Zuführeinrichtung wird der sortierte und geschredderte Dosenschrott in ein Drehrohr aufgegeben. Das Drehrohr wird mit heißem Abgas aus der Nachverbrennung betrieben. Die eingebrachte Energie pyrolisiert die anhaftenden organischen Bestandteile. Ein geringfügiger Sauerstoffüberschuss wird für eine partielle Oxidation genutzt und trägt somit für eine direkte Energienutzung bei. Das bei dem thermischen Vorgang entstehende Prozessgas wird in einer Nachbrennkammer verbrannt. Ein Teil des Abgases wird als Energieträger zum Drehrohr rezirkuliert und der andere Teil einer Wärmenutzung zugeführt. Aus dem Drehrohr wird der abgereinigte Aluschrott im heißen Zustand abgesiebt und in den Schmelzofen gefördert. Im Schmelzofen wird das Material mittels eines Rotorsystems in einer Seitenkammer des Ofens in das Metallbad eingerührt. Der neue Schmelzofen ist mit einem modernen energiesparenden Regenerativbrennersystem ausgestattet. Das in den letzten Jahren speziell weiterentwickelte hochdichte Türsystem sowie das Ofen-Prozessschritt-Steuerungs-System sind weitere Komponenten, die neben Energieeffizienz und Anlagensicherheit auch Aspekte wie Langlebigkeit und möglichst geringen Wartungsaufwand berücksichtigen.

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