19/01/2016

© Verlag Stahleisen GmbH

RUMP-Strahlanlage für handgeformten Guss

Bei der Eisengießerei Reinhard Tweer GmbH in Bielefeld-Sennestadt wurde eine Einlauf-Hängebahn-Strahlanlage von Rump Strahlanlagen aus Salzkotten in gießereigerechter Ausführung in Betrieb genommen. Sie kam als Ersatz für die inzwischen in die Jahre gekommene kleinere Vorgängermaschine, die wegen der außergewöhnlichen Fördertechnik schon im Jahre 1989 auf der GIFA in Düsseldorf ausgestellt wurde. Die Strahlkammer der Anlage besteht vollständig aus Manganhartstahlblech und ist mit einem Profilstahlgerüst stabilisiert, welches gleichzeitig die Stützkonstruktion des oberhalb der Kammer verlaufenden speziellen Lasthaken-Fördersystems bildet.


Im Inneren befindet sich im direkten Strahlbereich an der den Turbostrahlern gegenüberliegenden Kammerwand zusätzlich eine lose eingehängte und leicht auswechselbare Auskleidung aus verstärkten Manganhartstahl-Blechplatten. Die Bodenabdeckung bilden Manganhartstahl-Lochbleche, welche das untergebaute Strahlmittelrückfördersystem optimal vor direkter Strahleinwirkung schützen. Für das Ein- und Ausfahren der Werkstücke mit dem Lasthaken-Transportsystem befindet sich an der Frontseite der Strahlkammer eine zweiflügelige, pneumatisch betätigte Tür aus Manganhartstahl und eine beleuchtete Notkontakteinrichtung auf der Innenseite. Die Anlage ist mit vier Turbostrahlern mit mechanischer Vorbeschleunigung und einer Antriebsleistung von 30 kW je Schleuderrad ausgerüstet. Diese sind auf der Strahlkammerseitenwand montiert. Hierdurch wird eine optimale Strahlbildüberdeckung der rotierenden und linear vertaktenden Werkstücke auch im Bereich von Hinterschneidungen erreicht und das Strahlbild optimal homogenisiert. Der Strahlmittelrücktransport erfolgt über eine Schwingfördersiebrinne mit Austrag am Becherwerk. Über den Siebboden dieser Rinne werden hierbei grobteilförmige Verunreinigungen wie bspw. Kernnägel und Sandknollen aus dem Strahlmittelkreislauf in einen untergestellten Reststoffbehälter ausgetragen. Der Becherwerksschacht besteht aus hochverschleißfestem Manganhartstahl und beinhaltet den umlaufenden Gummigurt mit Gewebeeinlagen und aufgesetzten Schöpfbechern mit verstärkter Schöpfkante. Vom Becherwerk aus gelangt das Strahlmittel-Sand-Gemisch dann in einen zweistufigen Magnetabscheider. In der ersten Stufe wird das ferritische Strahlmittel durch eine Magnetwalze vom Formsand getrennt und läuft im Anschluss über einen Windsichter zur Abscheidung von staubförmigen Verunreinigungen, Restsandanteilen und Strahlmittel-Unterkorn. Das so gereinigte Strahlmittel gelangt in den Vorratsbunker und wird von dort den Turbostrahlern über Dosiereinrichtungen mit pneumatischer Betätigung zugeführt. Der ausgeschiedene Formsand wird mittels einer sekundären Magnetwalze von Strahlmittel-Restanteilen befreit und schließlich in einen untergestellten Behälter abgeleitet. Das herausgezogene Reststrahlmittel wird dem Strahlmittelkreislauf der Anlage wieder zugeführt. Durch die exakte Trennung von Formsand und Strahlmittel wird Anlagenverschleiß vorgebeugt und hohe Strahlmittel-Austragsverluste vermieden. Die zweistufige Magnetabscheidung ermöglicht bei Bedarf eine Wiederverwertung eines Großteils des abgeschiedenen Formsandes, welcher dann ggf. über einen pneumatischen Sender der nachgeschalteten Sandregenerierung zugeführt wird.

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