02.07.2014

© Verlag Stahleisen GmbH

Peter Krumhoff, den Sprecher der Geschäftsführung der Eisengießerei Torgelow

Beim Besuch von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel Anfang Mai in Torgelow haben Sie die subventionierte Konkurrenz bei Windkraftbauteilen aus China beklagt. Um welche Teile geht es genau?


Es handelt sich vor allem um Rotornaben, Maschinenträger und Lagergehäuse, welche aufgrund von staatlicher Lenkung in den Kostenbereichen Energie, Roheisen und Seetransport erhebliche Vorteile gewährt bekommen. Bauteile, die in Standard-Containern verschifft werden können, sind hierbei besonders betroffen.


Sie sagten, deutsche Gießereien könnten sich nur halten, wenn sie beim technologischen Fortschritt führend sind. Was meinen Sie damit genau?


Wir müssen unseren Kunden in Europa mehr bieten, als austauschbaren Kundenguss. Wir haben unser Neukunden- und Neuprojektgeschäft insbesondere dadurch erfolgreich ausgebaut, dass wir unsere Strategie „Design to cost /Design to cast“ mit den Entwicklungsabteilungen unserer Kunden konsequent umgesetzt haben. Natürlich wird die Konkurrenz früher oder später hiervon auch profitieren, aber das lukrativere Frühgeschäft machen wir damit. Hier haben europäische Gießereien die Chance, Wettbewerbsvorteile auszubauen, indem Sie Vertrieb und technologische Betreuung ausbauen.


Welche Reaktion auf diese Entwicklung erwarten Sie von der Bundesregierung?


Unsere Erwartungen liegen im Bereich der bislang üblichen, vorsichtig abgewogenen Beschwerden über bekannte Dumping- und Subventionstatbestände. Eine Intensivierung ist nicht zu erwarten, da die europäische und besonders die deutsche Exportwirtschaft unter einem konsequenteren Handeln leiden würde.


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