29.11.2013

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Lehrwerkstatt öffnete ihre Türen

Dieser Tag war ein echter Höhepunkt im Ausbildungsjahr bei Georg Fischer (GF) im südbadischen Singen. Die Lehrwerkstatt des Gießereibetriebes öffnete in den Herbstferien ihre Türen für die umliegenden Schulen, und die Azubis durften an verschiedenen Stationen ihre Ausbildungsberufe vorstellen. Auf die Präsentation hatten sich alle gezielt vorbereitet und kleine Werkstationen aufgebaut, an denen die interessierten Haupt- und Realschüler ihre handwerkliche Geschicklichkeit ausprobieren konnten. Diese waren zum Teil mit ihren Eltern, Geschwistern oder Großeltern gekommen, um sich die Lehrwerkstatt einmal genau anzuschauen.


„Wir legen diesen Ausbildungstag bewusst in die Ferien, weil wir nur die Schüler ansprechen wollen, die auch ein echtes Interesse an einer Ausbildung bei uns haben“, sagte GF-Personalmanager Peter Krumnau. Das Interesse der Besucher war unverkennbar. Die jungen Leute konnten zum Beispiel ganz praktisch erfahren, welche Stationen ein Gussteil von der Form bis zum fertigen Stück durchlaufen muss. Oder ein Zahnrad, das für den Maschinenantrieb benötigt wird. Hier bietet Georg Fischer mit dem Lehrjahr 2014 eine ganz neue Ausbildung zum Beruf des Zerspanungsmechanikers an. Dafür hat sich der Geschäftsbereichsleiter Bearbeitung, Uwe Knäbel, stark gemacht. „Das haben bei uns bisher die Angelernten gemacht“, sagte er. „Doch die Anforderungen an die Präzision und die Produktivität sind derartig gestiegen, dass wir Leute brauchen, die die Maschinen noch besser beherrschen.“ Wenn ein Gussteil für einen Lkw-Bremssattel aus der Gießerei in die Bearbeitung kommt, müssen nicht nur Grate entfernt, sondern auch zylindrische Hohlräume gebohrt werden. „80 % aller Lkw-Bremsen kommen aus Singen“, sagte Krumnau. „Wir produzieren für fast alle Fahrzeugtypen mit leicht steigender Auftragslage.“ Die Georg Fischer Automobilguss GmbH in Singen gehört nach der Verlagerung einer Produktionskette aus England im Jahre 2004 zu einer der größten Eisengießereien in Europa.

Etwa 150 Besucher nutzten den Ausbildungstag, um sich zu orientieren. Und die Lehrlinge zeigten mit Begeisterung, was sie schon können. So auch die 19-Jährige Franziska Schäfer, die sich im ersten Lehrjahr zur Technischen Modellbauerin ausbilden lässt. Unter den 13 Lehrlingen des Jahrgangs sind zwei junge Frauen. Franziska Schäfer aus dem benachbarten Gottmadingen fühlt sich in dem technischen Betrieb sichtlich wohl. Der Modellbau in einer Gießerei ist ein eher seltener Beruf und erfordert neben Mathekenntnissen räumliches Vorstellungsvermögen. Schon im ersten Lehrjahr wird der Teamgeist gefördert. „In einer Gießerei muss man sich bei der schweren Arbeit gegenseitig helfen“, sagte Krumnau. „Da entwickelt sich ein gewisser Zusammenhalt.“ Auch in der Lehrwerkstatt ist der schon spürbar. (Gudrun Trautmann, Südkurier Singen, vom 2.11.2013)

www.gfau.com


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