20.11.2013

© Verlag Stahleisen GmbH

Gießerei punktet mit neuen Werkstoffen

In Zeiten, in denen die Meuselwitz Guss, wie die gesamte Gießereibranche, mit einem rückläufigen Auftragsvolumen zu kämpfen hat, sei der Kompetenztag seines Unternehmens sehr wichtig gewesen, betonte Geschäftsführer Herbert Werner. „Die Unruhe um erneuerbare Energien führt uns ebenso zu weniger Aufträgen wie die negative Entwicklung in der Werkzeugmaschinenindustrie. Hinzu kommt, dass in unserer Branche die Asiaten, vor allem aber die Chinesen auf dem Vormarsch sind. Das bekommen wir bei Verhandlungen deutlich zu spüren, denn die Preisunterschiede liegen zwischen 25 und 40 %“, erklärt Werner.


 


Das sei zwar nicht neu, doch der Einfluss der Asiaten auf dem Weltmarkt nimmt immer mehr zu. „Damit die Kunden trotzdem weiter in Deutschland und bei uns kaufen, müssen wir ihnen etwas bieten, was sie an uns bindet. Als Meuselwitz Guss wollen wir das mit neuen Werkstoffen erreichen“, so Werner. Diese seien den rund 90 Teilnehmern, zu denen Stammkunden, aber auch potenzielle Neukunden gehörten, beim Kompetenztag präsentiert worden. Entwickelt hat die fünf neuen Werkstoffe eine Projektgruppe des Unternehmens. Vier dieser Neuentwicklungen bestehen aus mischkristallverfestigtem Sphärogusseisen. Diese Werkstoffe sind leichter und verfügen über höhere Gebrauchseigenschaften als herkömmlicher Guss. „Wir können damit zwar nicht billiger, aber besser als unsere Wettbewerber sein“, betont der Meuselwitz-Chef. Der fünfte neue Werkstoff, Ferrocast, sichert die Eigenschaften von Guss bei bis zu -40 °C. „Zahlreiche Teilnehmer der Veranstaltung zeigten sich angetan von diesen neuen Werkstoffen und unserem technischen Know-how. Deshalb sind wir zuversichtlich, im Nachgang neue Kunden gewinnen zu können“, so der Chef der Gießerei. Weil deren Kunden noch andere Probleme beschäftigen, sei ihnen bei dem Treffen zugesagt worden, dass die seit drei Jahren bestehende Projektgruppe weiter an neuen Werkstoffen und Technologien arbeiten werde. „In unserer Branche müssen wir in Europa und Deutschland immer einen technischen Vorsprung vor den Chinesen haben, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern“, nennt Werner das strategische Ziel seines Unternehmens. (Marlies Neumann, OVZ, 19./20.10.2013)


 


 


 


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