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Strategie der Zulieferer hat sich ausgezahlt

13.09.2011

Die mutige Strategie der deutschen Zulieferer, in der Krise die Stammbelegschaften an Bord zu halten, hat sich als richtig erwiesen. So liegt der Beschäftigungsstand der deutschen Automobilzulieferer mit über 285 000 Mitarbeitern derzeit wieder auf dem Niveau des Jahres 2009. Gleichzeitig konnten die Zulieferer allerdings ihren Umsatz erheblich steigern: um 24 % auf knapp 62 Milliarden Euro im Jahr 2010, betonte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), auf dem 11. VDA-Mittelstandstag in Gravenbruch vor mehr als 200 Gästen, darunter der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier.

 Auch in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres erreichten diese Unternehmen ein Umsatzwachstum von rund einem Viertel. Erfreulich sei zudem, dass es Wachstum sowohl im Inland (+ 19 %) als auch auf den internationalen Märkten (+ 34 %) gegeben habe.


Nach den Erfahrungen der Finanzkrise seien die Unternehmen der deutschen Automobilindustrie im aktuellen Aufschwung noch umsichtiger geworden. Eine anhaltend positive weltwirtschaftliche Entwicklung ist keineswegs ausgemachte Sache. Die deutsche Automobilindustrie ist weltweit auf Wachstumskurs. Allerdings ist der Weg aus dem Tal heraus steinig und nicht ohne Risiken, so Wissmann.

Sorgen bereiten vielen Betrieben besonders die explodierenden Rohstoffpreise. So hat sich der Preis für Eisenerz innerhalb eines Jahres fast verdoppelt: von 74 Euro/t auf aktuell 140 Euro/t. Innerhalb des gleichen Zeitraumes verteuerte sich Kautschuk pro t um knapp 50 %. Der Preis für Kupfer legte pro t um knapp ein Viertel zu. Hinzu kommt, dass der weltweite Ölpreis unter dem Einfluss der Unruhen in Nordafrika und den anhaltenden Spannungen auf der arabischen Halbinsel steht, betonte Wissmann. Der VDA-Präsident wies auch auf den Inflationsdruck aufgrund der stark wachsenden Nachfrage aus Ländern wie China oder Indien und der konjunkturellen Erholung in den Industrieländern hin.

Angesichts der Entwicklung an den Rohstoffmärkten sowie den steigenden Anforderungen ihrer Kunden sei die Zulieferindustrie gefordert, flexibel zu reagieren. Faire Gespräche sowie eine vertrauensvolle und langfristig angelegte Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette seien wichtige Voraussetzungen für den gemeinsamen Erfolg von Herstellern und Zulieferern.

Im Zusammenhang mit der Energiedebatte betonte Wissmann: Der Ausbau der erneuerbaren Energien und die Umstellung des Energiemixes können nicht über Nacht von statten gehen. Vielmehr werden die notwendigen Investitionen in neue Energiequellen und in die Infrastruktur erhebliche Kosten verursachen, die finanziert werden müssen. Schon heute aber gehört der deutsche Strompreis zu den höchsten weltweit, nicht zuletzt durch staatliche Abgaben. Wir brauchen ein tragfähiges Konzept: Die Gewährleistung einer verlässlichen und bezahlbaren Energieversorgung ist ein immens wichtiger Faktor im harten internationalen Wettbewerb.

Die Industrie stehe für fast 90 % der deutschen Exporte. Zudem erfolgten in der Industrie über 90 % der Forschungs- und Entwicklungsausgaben der deutschen Wirtschaft. Wie akut dieses Thema ist, zeigt die Entscheidung der SGL Carbon, die Produktion von Kohlefasern energiekostenbedingt nicht hierzulande, sondern in den USA anzusiedeln, unterstrich Wissmann. Insbesondere dürften steigende Energiekosten nicht dazu führen, dass den Unternehmen die finanziellen Mittel fehlten, um weiterhin auf hohem Niveau in Forschung und Entwicklung investieren zu können: Dies ist der einzige Weg, um die Spitzentechnologien zu entwickeln, die uns helfen, den klimatischen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen. Jede zusätzlich erhobene Abgabe, die den unternehmerischen Spielraum für diese FuE-Anstrengungen einschränkt, erweist der Umwelt einen Bärendienst, sagte Wissmann.

Wie erfolgreich die deutschen Hersteller und Zulieferer beim Thema nachhaltige Mobilität sind, zeigten objektive Zahlen: So sind aktuell mehr als 300 deutsche Pkw-Modelle im Angebot, die weniger als 130 g CO2 pro Kilometer ausstoßen; das entspricht einem Verbrauch von rund 5 l Kraftstoff auf 100 Kilometer. Zudem sei die deutsche Automobilindustrie bei der CO2-Effizienz führend: In allen Fahrzeugsegmenten wiesen die neu zugelassenen Pkw deutscher Marken im Durchschnitt geringere CO2-Werte als die Importeure auf. Deutsche Hersteller und Zulieferer investierten pro Jahr rund 20 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung, die Hälfte davon in Umwelttechnologien. Es ist diese Innovationsdynamik, die die deutsche Automobilindustrie kennzeichnet und sie weltweit so erfolgreich macht, unterstrich Wissmann.

 


 

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